Vielfalt, das Beste gegen Einfalt – PRISMA 2015

PRISMA Döbeln - Eindrücke aus den vergangenen Jahren (3)

Die Interkulturelle Woche findet hier in Döbeln vom 24.09. bis 04.10.2015 statt. Wir sind interessiert und möchten mehr über das Projekt erfahren und trafen uns mit Martin Katen.

Martin ist seit Anfang 2015 Projektmitarbeiter beim bildungspolitischen Projekt FAIR – „Fit gegen Antisemitismus Intoleranz und Rassismus“, was im Rahmen des weltoffenen Sachsens gefördert wird. Dieses Projekt bietet verschiedene bildungspolitische Veranstaltungen und öffentliche Angebote an. Die interkulturelle Woche findet dieses Jahr zum 11. Mal statt.

Hallo Martin!

Welche Ziele verfolgt die interkulturelle Woche dieses Jahr? Was werden die Highlights sein?

Der Titel der diesjährigen interkulturellen Woche ist: „Vielfalt, das Beste gegen Einfalt“. Unser Ziel ist es, dass viele Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen in Kontakt kommen, dass ein Austausch geschaffen wird, um bestehende Vorurteile abzubauen.

Highlights werden unter anderem eine Filmvorführung sein. Am 24.09. zeigen wir „Süchtig nach Jihad“. Das ist ein Film von Hubertus Koch, einem jungen Filmemacher aus Köln. Er war in Syrien und wollte dort in einem großen Flüchtlingslager Spenden abliefern. Dabei sah und erlebte er die katastrophalen Zustände. Diese Erlebnisse schildert und verarbeitet er in diesem Film. Am 26.9. wird Hubertus Koch auch im Café Courage sein und mit uns in Gespräch kommen.

Ein weiteres Highlight wird am Samstag, dem 3. 10. der Begegnungsnachmittag im Wettinpark sein. Zusammen mit dem Bündnis „Willkommen in Döbeln“ findet eine offene Begegnung von döblener Bürger und Bürgerinnen statt. Es wird verschiedene Workshops und Aktivitäten geben, mit dem Ziel, dass die Leute in Kontakt kommen.

Ein besonderes Thema wird das friedliche Miteinander der unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Kennenlernen und Toleranz, wie erreicht ihr dies? Und was können die verschiedenen Kulturen unserer Gesellschaft geben?

Vielleicht zu der ersten Frage, wie wir das erreichen möchten. Nun, dieser kulturelle Austausch, dieses Kennenlernen und in Kontakt kommen ist ein ganz wichtiger Punkt. Wenn die Menschen sich kennenlernen, bauen sich oft ein Großteil der Vorurteile ab.

Zur zweiten Frage, was die unterschiedlichen Kulturen uns geben. Fakt ist, wir leben in einer globalisierten Welt, Immigration gehört einfach dazu, genauso wie die vielfältigen Einflüsse anderer Kulturen. Die Menschen sollen sich besser kennenlernen und gegenseitig verstehen. Das Neue der anderen Kulturen kann unser Leben bereichern, wenn wir es kennen und verstehen.

Wie reagieren z. B. die Menschen auf der Straße, werden sie sich angesprochen fühlen? Wie nachhaltig kann die Wirkung der interkulturellen Woche sein?

Wir sind zur Zeit noch in der Beginnphase unserer Werbung, wir haben die Plakate fertig gestellt. Das Programmheft wird gestaltet. Wir hoffen mit dem Programm, das relativ vielfältig ist, den ein oder anderen Döbelner ansprechen zu können.

Die Frage, wie nachhaltig die Wirkung so einer interkulturellen Woche ist. Nun, das alles kann erst nur ein Anstoß sein, ein Denkanstoß. Wenn wir das erreichen, ist das ein guter Anfang. Die Nachhaltigkeit ergibt sich dadurch, da es dieses Projekt schon so viele Jahre gibt. Es ist ein kontinuierlicher Prozess.

Die interkulturelle Woche gibt es schon einige Jahre, welche Erfahrungen hast du in den letzten Jahren gemacht? Sicher hat sich in dieser Zeit einiges verändert.

Genau, dazu muss ich sagen, dass ich erst seit Anfang des Jahres hier bin. Aber ich wohne schon über 3 Jahre in der Nähe von Döbeln. In den letzten Jahren habe ich PRISMA nur am Rande mitbekommen, deshalb ist es auch für mich die erste PRISMA. Was ich in Gesprächen mit Mitarbeitern erfahren habe ist, dass das Ziel, die anderen Kulturen kennenzulernen, schon immer da war, aber unterschiedlich intensiv verfolgt wurde. Genau deshalb bin ich persönlich sehr gespannt auf die PRISMA 2015.

Der Treibhaus e.V. ist ein soziokultureller Verein, welcher viele unterschiedliche Projekte anbietet. Das ist nur möglich, weil ihr viele ehrenamtliche Helfer habt. Wie kann man sich im Verein und an der PRISMA beteiligen?

Dazu möchte ich zwei Beispiele nennen, an denen es interessierten Menschen möglich ist, sich an der PRISMA oder im Treibhaus e.V. zu beteiligen.

Einerseits wird es ein Kinderfestival hier in der Turnhalle Burgstraße geben, mit verschiedenen Spiel- und Sportstationen. Interessenten können nach Absprache so eine Station zu betreuen.

Eine andere Möglichkeit ist der Begegnungsnachmittag mit Kaffee und Kuchen hier im Wettinpark. Jeder kann etwas mitbringen. Wir freuen uns über selbstgebackenen Kuchen. Oder einfach nur ein persönliches Spiel- und Sportgerät, wie ein Ball oder etwas Ähnliches, denn bei Sport und Spiel kommt man mit Menschen besser in Kontakt und der kulturelle Austausch kann besser gefördert werden.

Ansonsten freuen wir uns, wenn viele Leute unsere Veranstaltungen besuchen und interessiert und offen an diesen teilnehmen. Dies ist unser grundlegendes Anliegen.

Wer sich an diesen oder anderen Projekten beteiligen möchte, kann sich unter:

Tel. 03431-605317 oder Mail: fair@treibhaus-doebeln.de melden. Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Ein eindrucksvolles Projekt, für ein friedliches Miteinander. Es wird viel getan, dass die Döblner die die unterschiedlichen Kulturen besser verstehen und kennenlernen. Vielen Dank für das Gespräch. (von Hannelore Jost)

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